Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Kälteste Oktobernacht seit 1947 gemessen – Jetzt folgt der Wetter-Umschwung
Rekordfrost im Osten, Frühlingsluft im Westen: Nach der kältesten Oktobernacht seit Jahrzehnten kippt das Wetter. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
München – Das war Frost, wie man ihn im Oktober kaum noch kennt: In der Nacht auf Sonntag (19. Oktober) fror es im Osten Deutschlands wie angekündigt verbreitet kräftig. Besonders in Mecklenburg-Vorpommern wurden beeindruckende Tiefstwerte gemessen – in Barth sank das Thermometer auf -4,7 Grad in zwei Metern Höhe.
Das war dort die kälteste Oktobernacht seit 1947. Noch kälter wurde es am Erdboden, besonders in Sachsen: In Deutschneudorf-Brüderwiese zeigte das Thermometer stolze -8,8 Grad – fast schon winterlich. Selbst tagsüber blieb es vielerorts frisch, und Raureif glitzerte auf den Wiesen – ein Anblick, der an Dezember erinnerte. Damit war es die kälteste Nacht seit dem vergangenen Winter, ganz so, wie es einige Wettermodelle bereits vorhergesagt hatten. Der Osten Deutschlands erlebte eindrucksvoll, dass der Herbst durchaus frostige Zähne zeigen kann.
Tiefs bringen milde Luft – Regen, Wind und ein Hauch Frühlingswetter
Doch das Winter-Intermezzo endet rasch: Schon ab Montag (20. Oktober) strömt mit neuen Tiefdruckgebieten vom Atlantik deutlich mildere Luft nach Deutschland. Die Temperaturen steigen von Tag zu Tag, und besonders im Westen wird es ungemütlich-nass. Immer wieder ziehen Regenfronten durch, der Wind frischt auf, zeitweise kann es stürmisch werden – typisches Schmuddelwetter, das den goldenen Oktober endgültig vertreibt.
Dafür kehrt die Frostgefahr fast überall zurück in den Kühlschrank: Selbst in den Nächten bleibt es meist über dem Gefrierpunkt. Tagsüber klettern die Werte im Westen auf 17 bis stellenweise sogar 20 Grad. Der Oktober dreht also noch einmal richtig auf, und es fühlt sich mancherorts fast nach Frühling an – nur eben mit Dauerregen.
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Achterbahnfahrt geht weiter – kurz Schnee, dann wieder mild
Zum nächsten Wochenende (25. und 26. Oktober) kündigt sich dann erneut eine abrupte Wetterwende an. In der Höhe strömt wieder deutlich kältere Luft ein, wodurch die Schneefallgrenze zeitweise auf unter 1000 Meter sinken könnte. Selbst im Mittelgebirge sind dann einzelne Schneeflocken möglich – ein kurzer Vorgeschmack auf den nahenden Winter.
Doch dieses kalte Intermezzo hält nicht lange: Bereits zu Beginn der neuen Woche wird wieder mildere Atlantikluft erwartet, die das Land in Richtung November aufwärmt. Damit bleibt der Oktober seinem Ruf treu – als Monat der Extreme. Vom Rekordfrost bis zu fast 20 Grad in nur wenigen Tagen: Diese Wetter-Achterbahnfahrt zeigt, wie lebendig und unberechenbar der Herbst 2025 bisher verläuft.
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