Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Trockener Winter mit herben Auswirkungen: Entwicklung kann verheerende Folgen haben

Ein außergewöhnlich trockener Winter wirft große Fragen auf. Bleibt der Niederschlag aus, drohen intensive Hitzeperioden. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Frankfurt – Der Dezember gehört bereits zu den zehn trockensten seit Beginn der Messungen im Jahr 1881, und auch der Januar 2026 zeigt bislang kaum Niederschläge in den aktuellen Langfristprognosen. Vieles deutet darauf hin, dass der Februar dieses Wetter-Muster fortsetzen könnte. Hochdrucklagen dominieren, blockieren Tiefdruckgebiete und verhindern flächendeckenden Regen oder Schnee.

Es ist wie verhext: In Deutschland ist in den kommenden Tagen weiterhin so gut wie kaum Niederschlag zu erwarten.

Besonders kritisch ist das Ausbleiben der Schneedecke in den Mittelgebirgen und Alpen, die normalerweise als natürlicher Wasserspeicher fungiert. Ohne diese Reserve fehlt im Frühjahr das langsame Schmelzwasser. Gleichzeitig führen milde Phasen zu erhöhter Verdunstung, selbst im Winter. Böden trocknen dadurch tiefer aus als üblich, was die Ausgangslage für die folgenden Jahreszeiten deutlich verschlechtert und den Wassermangel früh im Jahr manifestiert. Die Chancen für weiße Weihnachten sind ohnehin gering.

Wetter in Deutschland: Frühjahr startet mit Wasserschulden

Ein zu trockener Winter bedeutet für das Frühjahr einen strukturellen Wassermangel. Selbst wenn im März oder April Niederschläge fallen, reichen sie oft nicht aus, um die Defizite vollständig auszugleichen. Trockene Böden nehmen Wasser schlechter auf, es fließt schneller oberflächlich ab oder verdunstet. Grundwasserstände bleiben niedrig, Flüsse und Seen reagieren verzögert oder gar nicht auf Regen.

Pflanzen geraten früh unter Stress, da ihre Wurzeln nicht auf ausreichend Feuchtigkeit zugreifen können. Für die Landwirtschaft bedeutet das höhere Bewässerungsbedarfe schon im Frühjahr, während natürliche Ökosysteme kaum Ausgleichsmechanismen besitzen.

Mehr Dürre und Hitze im Sommer

Ein trockener Winter erhöht die Wahrscheinlichkeit für Dürre und Hitze im Sommer erheblich. Ausgetrocknete Böden heizen sich schneller auf und verstärken Hitzewellen, weil die kühlende Verdunstung fehlt. Dadurch können selbst durchschnittlich warme Wetterlagen zu außergewöhnlicher Hitze führen. Gleichzeitig bleiben Niederschläge im Sommer oft lokal und kurz, was die Trockenheit nicht lindert.

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Das Risiko für Waldbrände, Ernteausfälle und extrem niedrige Pegelstände steigt deutlich. Diese Entwicklung kann verheerende Folgen haben, besonders wenn mehrere trockene Jahre aufeinanderfolgen und der Winter als wichtigste Erholungsphase für den Wasserhaushalt ausfällt.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

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