Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Wetter-Prognosen rücken Trend in völlig andere Richtung – Modelle mit klarer Winter-Tendenz
Das Winterwetter könnte sich festsetzen. Neue Modellläufe zeigen anhaltend kalte Bedingungen mit viel Schnee und ungewöhnlich tiefen Temperaturen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Hamm - Die aktuellen Wettermodelle sorgen für Aufsehen, denn sie verabschieden sich zunehmend von milderen Szenarien und zeigen stattdessen eine deutliche Tendenz hin zu längerfristig winterlichem Wetter. Besonders das europäische Wettermodell fällt dabei durch klare Signale auf: Es simuliert wiederholt den Vorstoß eisig kalter Polarluft nach Deutschland.
Diese Luftmassen könnten dafür sorgen, dass sich im Bergland eine frühe Schneedecke ausbildet und sich die Landschaft bereits vor dem meteorologischen Winterbeginn winterlich präsentiert. Auch in den Niederungen bleiben die Temperaturen in diesen Berechnungen erstaunlich niedrig, was die Wahrscheinlichkeit für eine länger anhaltende winterliche Phase erhöht.
Überraschende Schneemengen in den Wetter-Modellkarten
Auffällig ist vor allem die jüngste Projektion des europäischen Wettermodells bis zum 3. Dezember. Der Lauf zeigt eine nahezu flächendeckende Schneedecke in Deutschland, mit besonders hohen Mengen im Süden. Dort werden in einigen Regionen sogar 30 bis 40 Zentimeter simuliert, selbst in tiefen Lagen. Solche Werte sind für Anfang Dezember ungewöhnlich und werden entsprechend vorsichtig betrachtet.
Dennoch verdeutlichen sie die aktuelle Modellneigung zu einer deutlich kälteren und schneereicheren Entwicklung als zunächst angenommen. Die Modelle schwanken zwar wie gewohnt, doch der Trend zu anhaltender Kaltluftzufuhr hat sich in mehreren Läufen bestätigt.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten




Frühwinterliche Wetter-Phase rückt in den Bereich des Möglichen
Auch wenn Prognosen in dieser zeitlichen Distanz mit Unsicherheiten behaftet sind, verstärkt sich der Eindruck, dass die milderen Modellphasen erst einmal passé sein könnten. Stattdessen deutet vieles darauf hin, dass Deutschland in eine frühwinterliche Wetterlage rutschen könnte, die in ihrer Ausprägung so bisher kaum jemand auf dem Schirm hatte.
Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte der Dezember ungewöhnlich kalt beginnen und damit ein deutlich anderes Bild zeichnen als von den saisonalen Vorhersagen zunächst erwartet. Ob sich dieser winterliche Kurs tatsächlich durchsetzt, bleibt abzuwarten, doch die derzeitigen Modellrechnungen sprechen eine bemerkenswerte Sprache.
Rubriklistenbild: © ECMWF / www.ecmwf.int
