Kolumne vom Meteorlogen Dominik Jung

Prognose für die Feiertage: Ungewöhnlicher Wetter-Wechsel bringt Temperaturen bis 22 Grad

Ein warmer Wettertrend überrascht: Südwestwinde treiben bis zu 22 Grad heran. Statt Novemberkälte kommt Frühlingsluft. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Kassel – Der Oktober verabschiedet sich mit einem eindrucksvollen Temperaturanstieg, und der November startet ähnlich ungewöhnlich mild. Zum Reformationstag (31. Oktober) und Allerheiligen (1. November) wird Deutschland von einer kräftigen Südwestströmung erfasst. Diese bringt warme Luftmassen aus Südwesteuropa, die die Temperaturen auf für die Jahreszeit rekordverdächtige Werte steigen lassen.

Die Höchstwerte an Allerheiligen (1. November). Regional können bis zu 20 Grad und mehr erreicht werden.

Zwischen 15 und 20 Grad sind verbreitet möglich, im Südwesten und am Oberrhein könnten am Freitag sogar bis zu 22 Grad erreicht werden – damit fehlen nur rund drei Grad zu einem echten Sommertag. Für Anfang November ist das bemerkenswert und liegt deutlich über dem langjährigen Mittel.

Wetter zum Monatswechsel: Windig, aber warm – Frühling statt Nebelstimmung

Mit der Wärme kommt auch der Wind. Besonders im Norden und in höheren Lagen frischt er spürbar auf, zeitweise sind sogar stürmische Böen zu erwarten. Ursache ist die kräftige Südwestströmung, die einerseits für ungewöhnlich milde Luft sorgt, andererseits aber auch für lebhafte Winde.

Das fühlt sich zwar nicht nach Sommer an, dennoch bringt die Wetterlage vielerorts frühlingshafte Stimmung. Die Sonne kann sich immer wieder durchsetzen, vor allem im Süden und Westen, wo es zeitweise fast schon T-Shirt-tauglich warm wird. Im Norden bleibt es dagegen wechselhafter und windiger, aber selbst dort sind die Temperaturen weit von typischer Novemberkälte entfernt.

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Polarlichter, auch als Aurora Borealis (Nordlicht) oder Aurora Australis (Südlicht) im Bundesstaat New York.
Görlitz - Polarlichter über Sachsen zu sehen am 11.10.2024 in Görlitz
Ein Tornado über dem Gardasee.
Kim Vanaken (L) und Schwester Angela Coble (M) vor ihrem zerstörten Haus durch El Reno, Oklahoma, USA, 01 June 2013.
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Auch nach dem verlängerten Wochenende scheint die Wärme noch nicht vorbei zu sein. Die Modelle deuten darauf hin, dass die ersten zehn Novembertage insgesamt mild ausfallen werden. Durchschnittlich bewegen sich die Werte um 15 Grad, zeitweise kann es sogar etwas wärmer werden. Das ist deutlich über dem klimatologischen Mittel, das Anfang November meist nur 8 bis 10 Grad beträgt. Ein neuer Kaltlufteinbruch wie zuletzt am vergangenen Wochenende ist derzeit nicht in Sicht. Der Frühwinter legt also vorerst eine Pause ein, stattdessen dominiert eine stabile Südwestlage mit feucht milder Luft.

Klimatische Einordnung und Wetter-Ausblick

Solche warmen Phasen im Spätherbst häufen sich in den letzten Jahren. Meteorologen sehen darin ein deutliches Signal des Klimawandels: Warmluftschübe aus südlichen Regionen werden häufiger und intensiver. Während früher Anfang November bereits die ersten Schneeschauer in höheren Lagen fielen, sind heute Temperaturen um oder über 20 Grad keine Seltenheit mehr.

Ob sich die milde Witterung bis in die zweite Novemberhälfte hält, ist noch unsicher – Anzeichen für eine nachhaltige Abkühlung gibt es aber bislang nicht. Sicher ist: Der Start in den November 2025 wird alles andere als herbstlich, sondern erinnert eher an einen verspäteten Frühlingstag.

Rubriklistenbild: © www.wetterzentrale.de

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