Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Unheimliches Wetterphänomen bringt extreme Wärme – doch der Absturz folgt in Stunden

Der Mittwoch bringt im Harz und in der Eifel fast sommerliche 20 Grad – dank Föhn. Dem folgt jedoch direkt ein Wettersturz. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Frankfurt – Temperaturen um 20 Grad im November klingen wie ein verspäteter Frühlingsgruß, doch an diesem Mittwoch (5. November) war genau das Realität. Besonders im Harz und in der Eifel schossen die Werte am Nachmittag kräftig nach oben. In Wernigerode im Harz wurden bereits zur Mittagszeit um die 20 Grad gemessen – Zahlen, die man sonst im Mai erwarten würde.

Bei bestem Sonnenschein war es am Mittwochnachmittag (5. November) extrem warm in Deutschland.

Verantwortlich dafür ist der sogenannte Föhn, ein Effekt, der vielen eher aus den Alpen vertraut ist. Warme, trockene Luft strömt beim Überströmen eines Gebirges ins Tal und sorgt dort für einen deutlichen Temperaturanstieg. Dass ein ähnlicher Mechanismus auch in deutschen Mittelgebirgen wirkt, überrascht viele. Doch auch der Harz, die Eifel oder der Thüringer Wald können bei passender Wetterlage Föhneffekte erzeugen, die für schnelle Erwärmung sorgen und den Herbst kurz wie Sommer anfühlen lassen.

Ungewöhnliche Wärme im November: Was passiert beim Mittelgebirgs-Föhn?

Beim Alpenföhn sinkt Luft nach dem Überqueren der Alpen ins Flachland ab, erwärmt sich dabei und wird zugleich trockener. Im Harz und in der Eifel funktioniert dieses Prinzip nach dem gleichen physikalischen Muster, auch wenn die Berge deutlich niedriger sind.

Entsteht ein kräftiger Süd- oder Südwestwind, wird die Luft über die Mittelgebirge gehoben, kühlt auf der windzugewandten Seite ab und verliert Feuchtigkeit. Auf der abgewandten Seite sinkt sie dann wieder ab und erwärmt sich stark. Zwar fällt der Effekt weniger extrem aus als am Alpenrand, doch an Tagen wie diesem reicht er aus, um für unerwartet hohe Temperaturen zu sorgen.

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Von fast sommerlich zu grau und kalt – Wettersturz kommt noch vor dem Wochenende

So verlockend die goldene Novemberwärme ist, sie bleibt nur ein kurzes Intermezzo. Bereits ab Freitag (7. November) erwartet uns eine deutliche Umstellung. Dunst und Hochnebel breiten sich über weite Teile Deutschlands aus und dämpfen den Sonnenschein. Die Temperaturen sinken dann drastisch auf Werte zwischen 5 und 10 Grad.

Statt T-Shirt-Gefühl kommt wieder das typische Spätherbstwetter zurück, mit grauem Himmel und kühler Luft. Wer die letzten milden Stunden genießen möchte, sollte also nicht warten. Denn das Wochenende bringt den raschen Wechsel von warm und sonnig zu frisch und trüb – eine Erinnerung daran, dass der Winter vor der Tür steht.

Rubriklistenbild: © Depositphotos/IMAGO

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