Wetter-Phänomen über Deutschland

Staubwolke erreicht Deutschland: Partikel können Atemwege reizen – Wetter-Experte erklärt Phänomen

Am Wochenende rollt eine gewaltige Saharastaubwolke über Deutschland hinweg. Der Staub könnte mitunter Atemwege reizen. Ein Experte ordnet die aktuelle Lage ein.

Frankfurt – Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net erklärt: „Saharastaub ist viel mehr als nur feiner Sand. Er besteht aus winzigen Mineralien, organischen Stoffen, Bakterien, Sporen und in geringen Mengen auch Schwermetallen, die aus anderen Regionen der Erde stammen können.“ Die aktuelle Staubwolke trifft am Freitag zunächst den Südwesten Deutschlands, breitet sich am Wochenende jedoch rasch über das ganze Land aus.

Die Konzentration des Staubs wird laut Prognosen ungewöhnlich hoch sein. Durch die Schwerkraft sinken die Partikel nicht nur langsam zu Boden, sondern bleiben in verschiedenen Höhen lange in der Luft. Das Umweltbundesamt wird voraussichtlich steigende Feinstaubwerte dokumentieren.

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Wetter-Phänomen über Deutschland: Doch woher kommt der Staub?

Der Saharastaub wird durch starke Winde über Nordafrika aufgewirbelt und dann von Höhenströmungen über das Mittelmeer und Südeuropa bis nach Deutschland transportiert. Ein Grund, warum diese Staubwolken mittlerweile häufiger auftreten, sind klimatische Veränderungen: Extreme Wetterlagen, Dürren in der Sahara und veränderte Windmuster sorgen dafür, dass mehr Staub mobilisiert wird und längere Strecken zurücklegt.

Vor allem im Frühling und Herbst steigt die Wahrscheinlichkeit, dass wir in Deutschland immer wieder von solchen Staubwolken betroffen sind. Experten schließen nicht aus, dass der Trend zunehmen könnte.

Staubwolke könnte Atemwege reizen

Immer wieder kursieren Verschwörungstheorien, dass es sich bei dem Staub um menschengemachte Giftstoffe handeln könnte. Diese Behauptungen sind wissenschaftlich widerlegt. Fakt ist: Der Saharastaub kann natürliche Schadstoffe enthalten. Durch die lange Reise nimmt er auch industrielle Rückstände oder Rußpartikel aus anderen Regionen auf. Diese werden vom Wind weitertransportiert und gelangen bis zu uns.

Für gesunde Menschen ist das in geringen Mengen meist unproblematisch. Personen mit Atemwegserkrankungen oder Herz-Kreislauf-Problemen sollten jedoch vorsichtig sein, da der Feinstaub die Atemwege reizen kann.

Eine Saharastaubwolke erreicht zum wiederholten und sicherlich nicht letzten Mal in diesem Jahr Deutschland.

Saharastaub kommt immer öfter auch nach Deutschland

Die Zahl der Saharastaub-Ereignisse in Deutschland nimmt zu – und damit auch die Belastung durch Feinstaub. Feinstaub ist schon lange als Gesundheitsrisiko anerkannt. Die Partikel dringen tief in die Lunge ein und können chronische Erkrankungen begünstigen. Auch wenn der Staub selbst nicht toxisch ist, kann die langfristige Zunahme solcher Ereignisse problematisch werden. Ob dies bald zum größten Feinstaubproblem Deutschlands wird, bleibt abzuwarten. Klar ist: Solange die Klimaveränderungen anhalten, müssen wir mit immer häufigeren Staubwolken rechnen – und damit auch mit steigenden Feinstaubwerten.

Rubriklistenbild: ©  IMAGO / Jan Eifert und Universität Athen

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