Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Markanter Umschwung steht bevor – Am 27. August dreht sich das Wetter erneut

Im Süden prasselten enorme Regenmengen herab, doch schon bald kündigt sich landesweit Hitze statt Nässe an. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Frankfurt - Innerhalb von nur 24 Stunden hat es im äußersten Süden Deutschlands enorme Regenmengen gegeben. Besonders betroffen war der Schwarzwald. In Todtmoos kamen ganze 111,7 Liter pro Quadratmeter zusammen – der Spitzenwert der Region. Aber auch andere Orte meldeten beachtliche Summen. In Emmendingen-Mundingen wurden 68,6 Liter registriert, in Freiburg 68,0 Liter, in Memmingen 62,3 Liter und in Blumberg-Randen 59,9 Liter. Selbst Orte wie Lenzkirch-Ruhbühl mit 56,1 Litern oder Bonndorf im Schwarzwald mit 55,9 Litern lagen noch weit über dem, was in vielen anderen Regionen überhaupt fällt.

Die Regenmengen bis Sonntag (24. August). Es ist weiterhin in vielen Regionen Deutschlands kein Niederschlag in Sicht. Nur im Süden fällt am Donnerstag (21. August) noch zeitweise Regen.

Diese Niederschläge waren so heftig, dass sie punktuell an die Grenze von Starkregenereignissen heranreichen und lokale Überschwemmungen sowie Hangrutsche begünstigten.

Regenfälle im Süden Deutschlands – anderswo Trockenheit

Auffällig war erneut die extreme regionale Verteilung der Regenfälle. Während im äußersten Süden von Baden-Württemberg und Bayern die Wolken wahre Wassermassen ausschütteten, blieb der Rest Deutschlands praktisch trocken. Schon seit Wochen herrscht in vielen Regionen, besonders in der Mitte und im Norden, anhaltender Niederschlagsmangel. Dort konnte auch dieses Tief kaum Abhilfe schaffen.

Das Risiko für Waldbrände und die anhaltende Trockenheit auf Feldern und Wiesen bleiben bestehen. Viele Flüsse führen weiterhin Niedrigwasser, während im Südwesten die Böden kaum noch Wasser aufnehmen konnten. Es zeigt sich ein Muster, das meteorologisch typisch ist: kräftige Südwestlagen entladen sich häufig nur im unmittelbaren Alpenvorland und Schwarzwald, während nördlich davon kaum etwas ankommt.

Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten

Polarlichter, auch als Aurora Borealis (Nordlicht) oder Aurora Australis (Südlicht) im Bundesstaat New York.
Görlitz - Polarlichter über Sachsen zu sehen am 11.10.2024 in Görlitz
Ein Tornado über dem Gardasee.
Kim Vanaken (L) und Schwester Angela Coble (M) vor ihrem zerstörten Haus durch El Reno, Oklahoma, USA, 01 June 2013.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten

Wetter-Ausblick: Von frischem Wochenende zu spätsommerlicher Hitze

Nach diesem nassen Intermezzo im Südwesten steht nun erneut ein markanter Wetterumschwung bevor. Das Wochenende wird deutschlandweit eher frisch und durchwachsen ausfallen. Doch bereits ab Montag (25. August) setzt sich aus Westen und Südwesten deutlich wärmere Luft durch. Nach den neuesten Prognosen steigen die Temperaturen landesweit spürbar an, mit regional sogar hochsommerlichen Werten.

Besonders zur Wochenmitte (27. August) könnten in Teilen Deutschlands wieder 30 Grad oder mehr erreicht werden. Begleitend bleibt es nahezu überall trocken, größere Regenmengen sind bis Donnerstag, den 28. August, nicht zu erwarten. Damit spitzt sich die Trockenheit in weiten Landesteilen weiter zu, während im äußersten Süden die Menschen nach den Wassermassen nun fast schon über den nächsten Hitzeschub stöhnen dürften. Deutschlands Sommer 2025 zeigt einmal mehr seine Extreme – zwischen sintflutartigem Regen und fast schon mediterraner Trockenheit.

Wechselhaft zeigt sich das Wetter auch in Italien und Kroatien. Wer in diesen Tagen in den beliebten Urlaubsgebieten rund um das Mittelmeer unterwegs ist, erlebt eine ungemütliche Überraschung.

Rubriklistenbild: © METEOERD/www.daswetter.com

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare