Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Schnee an Heiligabend plötzlich möglich: Wetter-Modelle verraten, wo die Chance am größten ist
Ein Höhentief schleicht sich heran und konnte an Heiligabend einige Regionen doch noch mit Schnee überraschen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Hamm – Der Frühwinter zeigt sich derzeit ungewöhnlich zahm. Eine breite Hochdruckbrücke spannt sich vom Nordmeer bis nach Mitteleuropa und hält das Wetter ruhig. Unter schwacher Strömung sickert milde Mittelmeerluft ein, was in Niederungen häufig Nebel und Hochnebel festzurrt.
Sonne gibt es eher oben, auf Kuppen und im Lee der Mittelgebirge. Dort kann es, begünstigt durch leichten Föhneffekt bei Ostwind, überraschend mild werden. Lokal sind zweistellige Temperaturen möglich, während unten das Grau dominiert. Dieses trügerische Gleichgewicht ist jedoch nicht stabil und bereitet den Boden für eine markante Umstellung in der neuen Woche vor.
Wetter-Prognose: Kalte Luft, wenig Feuchte
Im Verlauf der Woche verschiebt sich das Kräftefeld. Das westeuropäische Tief zieht in den Mittelmeerraum ab, während sich über Skandinavien hoher Druck etabliert. Die Strömung dreht auf Nordost und transportiert deutlich kältere Luft heran. Trotz sinkender Temperaturen bleibt es vielerorts trocken, weil der Hochdruck dominiert.
Spannend wird ein kleines Höhentief zur Wochenmitte. Es bringt etwas Feuchte und sorgt durch schwache Hebung im Süden und Osten für Niederschläge. In höheren Lagen fällt dieser als Schnee, meist nur dünn, aber ausreichend für eine zarte weiße Landschaft. Die Modelle rechnen vorsichtig, denn Details entscheiden.
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Könnte Heiligabend doch Schnee fallen?
Ob die Schneeflocken ausgerechnet an Heiligabend fallen, hängt an der exakten Zugbahn des Höhentiefs. Schon kleine Abweichungen verlagern die Zone mit leichten Schneefällen. Nach aktuellem Stand (21. Dezember) sind die östlichen Mittelgebirge und der Alpenraum zuerst dabei, tagsüber könnte es sich bis nach Oberbayern und zum Schwarzwald ausdehnen. Mengen bleiben bescheiden, ein bis wenige Zentimeter, doch die Wirkung ist groß.
Nach Norden überwiegt Ruhe, mit zeitweisen Auflockerungen. Die Nächte werden frostig, beim Aufklaren auch streng. Am ersten Feiertag zieht die Störung ab, das Winterwetter bleibt kalt, ruhig und unspektakulär, mit besseren Sonnenchancen im Norden. Damit bleibt Raum für Überraschungen, denn winterliche Kleinräumigkeit entzieht sich oft der frühen Gewissheit. Wer weiße Karten sieht, sollte sie aufmerksam lesen, aber Gelassenheit bewahren.
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