Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Winter-Wetter steuert Rekord an – und erhöht die Dürre-Gefahr für den Sommer

Der Winter 2025/26 ist extrem trocken, das erhöht die Hitze-Gefahr im Sommer – mit möglicherweise dramatischen Folgen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Hamm – Der Winter 2025/26 entwickelt sich zu einem ernsten Warnsignal. Seit dem 1. Dezember fielen deutschlandweit im Mittel nur rund 51 Liter Niederschlag. Damit sind erst 28 Prozent des langjährigen Mittels der Jahre 1991 bis 2020 erreicht, obwohl der Winter bereits deutlich über die Hälfte hinaus ist. Verantwortlich ist ein mächtiges Hochdruckgebiet, das sich über Mitteleuropa festgesetzt hat und Regenfronten blockiert. Schnee blieb vielerorts nahezu komplett aus.

Deutschland bekommt weiterhin so gut wie keinen Niederschlag ab. Bis Sonntag (25. Januar) fällt kaum etwas vom Himmel.

Die Aussichten bleiben düster: Bis Ende Januar wird kaum Niederschlag erwartet, auch die neuesten Prognosen für Februar zeigen einen klar zu trockenen Monat. Damit steuert der Winter auf einen Negativrekord zu und könnte zu den trockensten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 zählen.

Warum Rekordtrockenheit den Sommer kippen kann – so trocken war es selten

Die entscheidende Frage lautet nun, ob dieser Winter direkt in einen Hitzesommer führt. Als Meteorologe muss ich betonen: Ein solcher Rekordtrocken-Winter erhöht die Wahrscheinlichkeit für einen heißen und trockenen Sommer deutlich, garantiert ihn aber nicht. Der Grund liegt in den Böden. Normalerweise werden sie im Winter mit Wasser gefüllt und wirken im Sommer wie eine natürliche Klimaanlage durch Verdunstung.

Bleibt das Wasser aus, heizen sich Böden und Luft schneller auf. Hochdrucklagen können sich stabilisieren, Niederschläge bleiben aus, Hitzeperioden werden länger und intensiver. Besonders gefährlich wird es, wenn auch Frühling und Frühsommer trocken verlaufen. Dann kann sich eine Trocken-Hitze-Spirale entwickeln, die sich selbst verstärkt.

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Polarlichter, auch als Aurora Borealis (Nordlicht) oder Aurora Australis (Südlicht) im Bundesstaat New York.
Görlitz - Polarlichter über Sachsen zu sehen am 11.10.2024 in Görlitz
Ein Tornado über dem Gardasee.
Kim Vanaken (L) und Schwester Angela Coble (M) vor ihrem zerstörten Haus durch El Reno, Oklahoma, USA, 01 June 2013.
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Dramatische Folgen möglich – noch ist nicht alles verloren

Sollte sich die Trockenheit fortsetzen, drohen sinkende Flusspegel, leere Talsperren und weiter fallende Grundwasserstände. Landwirtschaft und Wälder würden mit einem massiven Wassermangel in die Vegetationsperiode starten, Ernteausfälle und Waldbrände würden wahrscheinlicher. Auch für Städte könnte Wasserknappheit wieder zum Thema werden.

Noch besteht jedoch Hoffnung. Ein deutlich zu nasser Frühling könnte die Böden zumindest teilweise auffüllen und die Lage entschärfen. Klar ist aber: Die Ausgangslage ist so schlecht wie selten. Wird der Winter 2025/26 tatsächlich ein Rekordwinter in Sachen Trockenheit, könnten die Folgen für Sommer und Herbst 2026 dramatisch ausfallen.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

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