Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Der Jetstream kippt: Polare Kälte-Delle trifft Deutschland womöglich mit voller Wucht
Der Jetstream bricht ein und lenkt eine markante Kältewelle nach Deutschland. Die Großwetterlage stellt komplett um. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Kassel – Nach einer außergewöhnlich milden ersten Novemberhälfte, die vielerorts neue Höchstwerte brachte, setzt jetzt ein abruptes Ende der Wärme ein. Der Grund dafür liegt im Verhalten des Jetstreams, jener starken Höhenströmung, die das Wetter über Europa prägt. Statt wie zuletzt weit nördlich zu verlaufen und milde Atlantikluft zuzuführen, bildet der Jetstream nun eine ausgeprägte Delle nach Süden, die sich direkt über Mitteleuropa legt.
Dadurch öffnet sich der Weg für kalte Polarluft, die ungehindert aus dem Norden nach Deutschland strömt. Dieser Wechsel markiert eine deutlich spürbare Umstellung der Großwetterlage, die sich bereits durch sinkende Tageshöchstwerte, klarere Nächte und zunehmende Feuchte im Boden bemerkbar macht.
Wetter in Deutschland: Kaltluftvorstöße und die Chance auf frühen Schnee
Mit der einfließenden Höhenkaltluft steigt die Neigung zu schauerartigen Niederschlägen, die in höheren Lagen rasch in Schnee übergehen. Besonders in den Mittelgebirgen kündigt sich ab Montag (17. November) eine Phase mit wiederholtem Schneefall an, während in einigen Regionen nachts sogar bis in tieferes Land vorübergehend eine dünne Schneedecke möglich ist.
Diese sogenannten Überraschungsschneefälle entstehen, wenn feuchte Luft auf sehr kalte Schichten trifft und kurzfristig kräftige Niederschlagszellen ausbildet. Für viele Gebiete bedeutet das einen abrupten Wechsel vom goldenen Herbst zu einem fast winterlichen Eindruck. Gleichzeitig erhöht sich die Glättegefahr, da nasse Böden und sinkende Temperaturen rasch zu überfrorenen Stellen führen können.
Wie lange bleibt die polare Kälte-Delle bestehen?
Aktuelle Trends deuten darauf hin, dass die südliche Ausbuchtung des Jetstreams bis zum Monatsende bestehen bleibt. Damit würde die zweite Novemberhälfte einen deutlichen Kontrast zur Rekordwärme zuvor bilden und im Temperaturmittel spürbar zu kalt abschneiden. Die anhaltende Kaltluftzufuhr begünstigt zudem wiederholte Schneeschauer in höher gelegenen Regionen sowie frostige Nächte im Flachland.
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Auch wenn die Intensität zur Monatsmitte schwanken kann, bleibt das Muster einer nordischen Strömung derzeit stabil, sodass sich die frühe Winterstimmung weiter festigen dürfte. Ob diese Entwicklung bereits ein Vorbote für den Winterverlauf ist, bleibt offen – doch die Umstellung selbst ist markant und bemerkenswert.
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