Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Ungewöhnliche Wärme verändert Himmel über Deutschland – Wetter-Phänomen schlägt diese Woche zu
Warme Luft aus der Sahara erreicht Deutschland. Gleichzeitig zieht eine Staubwolke über das Land. Doch wie beeinflusst Saharastaub die Tage wirklich? Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Die ungewöhnlich milden Temperaturen Ende Februar haben eine klare Ursache: Die Luftmassen stammen tatsächlich aus Nordafrika und damit direkt aus der Sahara. Eine kräftige Südströmung transportiert sehr warme Luft weit nach Mitteleuropa. Gleichzeitig wird mineralischer Staub aus den Wüstengebieten aufgenommen und über tausende Kilometer hinweg nach Deutschland verfrachtet.
Wetter-Prognosen zeigen besonders für Donnerstag und Freitag eine ausgeprägte Saharastaubwolke über Mitteleuropa. Am Tag zuvor, am kommenden Mittwoch (25. Februar), wird der wärmste Tag des bisherigen Jahres erwartet. Berechnet werden solche Ausbreitungen unter anderem von der Universität Athen, deren Modelle zu den wichtigsten europäischen Vorhersagen für Staubtransport gehören und regelmäßig von Meteorologen ausgewertet werden.
Was die Sahara-Staubwolke am Himmel verändert
Saharastaub sorgt oft für auffällige Lichtstimmungen. Vor allem bei sonnigem Wetter können die Partikel intensive rötliche oder orangefarbene Sonnenauf- und -untergänge erzeugen. Gleichzeitig wirkt der Himmel häufig milchig oder leicht getrübt, selbst wenn kaum Wolken vorhanden sind. Besonders bei stabilen Hochdrucklagen fällt dieser Effekt auf, weil die Luft zwar trocken und freundlich bleibt, die Sicht aber etwas gedämpft ist.
Trotz warmer Luft können die Temperaturen manchmal geringfügig niedriger ausfallen als ursprünglich erwartet, weil ein Teil der Sonnenstrahlung durch die Staubpartikel gestreut oder reflektiert wird. Die gute Nachricht: In dieser Woche soll es dennoch frühlingshaft warm werden.
Wie der Staub nach Europa gelangt
Der Saharastaub wird zunächst durch starke Winde und Gewitterstürme über der Wüste aufgewirbelt und bis in mehrere Kilometer Höhe transportiert. In diesen höheren Luftschichten kann er von großräumigen Strömungen über das Mittelmeer bis nach Mitteleuropa getragen werden. Dort bleibt er oft mehrere Tage in der Atmosphäre, bevor er langsam absinkt oder durch Regen ausgewaschen wird.
Solche Ereignisse treten mehrmals im Jahr auf, besonders häufig im Spätwinter und Frühjahr. Saharastaub ist daher kein direkter Frühlingsbote, tritt aber oft gemeinsam mit sehr milder Luft aus dem Süden auf und verstärkt den Eindruck eines vorgezogenen Frühjahrs.
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