Kolumne von Meteorologe Dominik Jung

Wetterdienst verkündet Rekord-Dürre in Deutschland – neue Extremwetterlage droht bereits

Deutschland erlebt den trockensten Frühling seit Beginn der Wetteraufzeichnungen – mit weitreichenden Folgen für Natur, Landwirtschaft und Sommerwetter. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Hamm - Laut dem Wetterdienst wetter.net erlebt Deutschland im Frühling 2025 eine noch nie dagewesene Trockenphase. Bislang sind im Bundesdurchschnitt nur 58 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen – deutlich weniger als im bisher trockensten Frühling des Jahres 1893 mit 81 Litern.

Frühling 2025 bricht alle Rekorde – laut Wetterdienst extremste Trockenheit seit Beginn der Aufzeichnungen

Rekord-Dürre in Deutschland: So trocken war es bei uns noch nie seit Messbeginn 1881. Der Bodensee und viele Flüsse und Bäche führen Niedrigwasser.

Seit dem Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 gab es laut wetter.net keinen Frühling mit so wenig Niederschlag. Der aktuelle Frühling unterbietet damit sämtliche bisherigen Trockenrekorde – und das deutlich. Besonders alarmierend: Laut den Prognosen des europäischen Wetterdienstes ECMWF ist auch in den kommenden 14 Tagen kaum Regen in Sicht. Bis auf vereinzelte lokale Schauer oder Gewitter, vor allem im Südwesten und im Schwarzwald, bleibt es in nahezu allen Regionen weiterhin trocken. Schon jetzt steht fest: Dieser Frühling wird in die Wettergeschichte eingehen – als der trockenste seit 144 Jahren.

Wetter-Folgen auf Natur, Landwirtschaft und Sommerwetter – Experten warnen vor Hitzewellen

Die Folgen der außergewöhnlichen Trockenheit zeichnen sich bereits ab. Die Böden sind vielerorts stark ausgetrocknet, was besonders für die Landwirtschaft dramatisch werden könnte. Jungpflanzen finden kaum noch Feuchtigkeit, und auch das Grundwasser wird vielerorts nicht mehr ausreichend aufgefüllt. Ein weiterer Effekt: Die Wahrscheinlichkeit für starke Hitzewellen im Sommer steigt deutlich. Ohne die kühlende Wirkung feuchter Böden kann sich die Luft schneller aufheizen. Wetter.net verweist auf Langfristprognosen des ECMWF, die für den Sommer 2025 ebenfalls überdurchschnittlich hohe Temperaturen und anhaltende Trockenheit erwarten. Sollte sich dieser Trend bestätigen, droht eine neue Extremwetterlage – mit möglichen Waldbränden, Ernteausfällen und einer angespannten Wasserversorgung in vielen Regionen. Die Erinnerung an das Dürrejahr 2018 wird dabei immer präsenter, doch der Frühling 2025 scheint selbst dieses Extremereignis bereits zu übertreffen.

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Polarlichter, auch als Aurora Borealis (Nordlicht) oder Aurora Australis (Südlicht) im Bundesstaat New York.
Görlitz - Polarlichter über Sachsen zu sehen am 11.10.2024 in Görlitz
Ein Tornado über dem Gardasee.
Kim Vanaken (L) und Schwester Angela Coble (M) vor ihrem zerstörten Haus durch El Reno, Oklahoma, USA, 01 June 2013.
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Wetter in Europa: Ungewöhnlich viel Regen am Mittelmeer

Nicht nur Deutschland leidet unter der Dürre. Auch in vielen Teilen West- und Mitteleuropas, darunter Frankreich, Polen und Tschechien, ist es deutlich zu trocken. Gleichzeitig gibt es in Südeuropa, vor allem rund um das Mittelmeer, ungewöhnlich viel Regen. Regionen, die normalerweise als Inbegriff des sonnigen Urlaubswetters gelten, melden derzeit anhaltende Niederschläge und Überflutungen. Eine verkehrte Wetterwelt, die laut wetter.net mit veränderten globalen Wetterzirkulationen zusammenhängt. Sollte sich das derzeitige Muster fortsetzen, könnte der Sommer 2025 nicht nur in Deutschland, sondern auch in großen Teilen Europas von Trockenheit, Hitze und Extremwetter geprägt sein. Die Kombination aus historisch niedrigem Frühjahrsniederschlag und pessimistischer Sommerprognose deutet bereits jetzt auf eine mögliche neue Rekorddürre hin – mit weitreichenden Folgen für Natur, Mensch und Infrastruktur.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Wolfgang Maria Weber

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