Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Wetter bricht Rekord und lässt Schnee-Hoffnung schmelzen: Extremwert wie seit 1890 nicht
Eine außergewöhnliche Wärmewelle dominiert den Dezember 2025 und bricht ununterbrochen neue Rekorde. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Hamm – Der Dezember 2025 hat sich binnen weniger Tage zu einem beispiellosen Monat entwickelt, der meteorologische Erwartungen und historische Vergleichswerte gleichermaßen verschiebt. Die ungewöhnlich warmen Nächte, darunter die in Bremen in der Nacht auf Dienstag (9. Dezember) gemessenen zwölf Grad – wärmste Dezembernacht seit 1890 (!) – markieren einen Wendepunkt in der klimatologischen Betrachtung dieses Winters.
Während vielerorts zuvor über einen drohenden Kälteeinbruch spekuliert wurde, setzte sich stattdessen eine außergewöhnlich beständige milde Westlage fest. Diese Strömung transportiert seit Wochen maritime Luftmassen nach Mitteleuropa und sorgt für Temperaturen, die an herbstliche Übergangsphasen erinnern. Der Kontrast zwischen prognostizierten Kälteszenarien und tatsächlicher Großwetterlage wirkt so stark wie selten zuvor.
Wetter in Deutschland extrem mild: Widerlegte Winterängste
Noch im Herbst war in einigen Medien viel von einem bevorstehenden massiven Polarwirbelereignis die Rede, das strengere Winterwitterung hätte auslösen können. Doch bereits die ersten saisonalen Klimamodelle deuteten auf einen überdurchschnittlich milden Winterstart hin. Nun zeigt sich, dass selbst diese optimistisch wirkenden Berechnungen die Intensität der Wärme unterschätzten.
Die nun erfassten Werte liegen teils deutlich über jenen vergangenen Rekordjahren, und selbst im Alpenvorland bleibt Frost die Ausnahme. Hinzu kommt, dass die atmosphärischen Bedingungen wenig Spielraum für nachhaltige Abkühlung lassen. Das milde Wetter scheint sich bis über den vierten Advent hinaus zu stabilisieren, unterstützt durch ein blockiertes Strömungsmuster.
Ein potenziell historischer Dezember
Sollte die derzeitige Großwetterlage anhalten, könnte der Dezember 2025 in die Geschichte eingehen. Seit Messbeginn 1881 wurden nur wenige Monate registriert, die annähernd ähnliche Wärmeüberschüsse erreichten. Die Kombination aus außergewöhnlich hohen Nachttemperaturen, geringer Schneedeckenausbildung und fortdauernden Westströmungen deutet auf eine mögliche Spitzenposition in den Klimastatistiken hin.
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Auch wenn endgültige Bewertungen erst am Monatsende möglich sind, spricht die beharrliche Dynamik der aktuell dominierenden Luftmassen für ein außergewöhnlich mildes Gesamtbild. Damit wird deutlich, wie stark langfristige Prognosen an Aussagekraft gewinnen, wenn sie konsistent über Monate hinweg ein ähnliches Muster ergeben.
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