Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Wettermodelle kündigen Schneefall an – selbst in NRW winterliche Überraschung möglich
In der neuen Woche mischen mehrere kleine Tiefs das Wetter auf und bringen regional Schnee bis in tiefere Lagen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Hamm – Die aktuelle Wetterlage zeigt einen spürbaren Wintertrend, der sich ab Montagvormittag (17. November) vor allem an den Alpen bemerkbar macht. Dort kann die Schneefallgrenze zeitweise auf rund 700 Meter sinken, sodass in höheren Tälern und Bergregionen erste nasse Schneedecken möglich sind. Richtig winterlich wird es aber voraussichtlich erst am Dienstag (18. November) und Mittwoch (19. November) in Teilen der deutschen Mittelgebirge.
Dann deuten mehrere Wetter-Modelle darauf hin, dass in Regionen wie Harz, Sauerland oder Eifel nasse Schneeflocken bis etwa 400 Meter Höhe vorkommen können. Die Mengen bleiben meist überschaubar, dennoch können in diesen Lagen bis zu fünf Zentimeter Schneematsch zusammenkommen. In den Nächten besteht kurzzeitig Glättegefahr, vor allem wenn die Temperaturen knapp unter den Gefrierpunkt sinken.
Modellzoff: Droht NRW ein Schneefall-Ereignis?
Besonders spannend ist die Entwicklung zur Wochenmitte, denn das US-Modell GFS simuliert von Mittwoch auf Donnerstag (20. November) ein zusammenhängendes Schneefallgebiet genau über Nordrhein-Westfalen und dem Ruhrgebiet. Laut aktueller Modellrechnung wären dort sogar 5 bis 10 Zentimeter Schnee bis in tiefe Lagen denkbar, was in der dicht besiedelten Region erhebliche Verkehrsprobleme verursachen könnte.
Allerdings handelt es sich dabei um eine Momentaufnahme, die sich in den kommenden Modellläufen noch deutlich verändern kann. Für belastbare Warnungen ist es daher zu früh. Dennoch zeigt der Trend, dass selbst im Westen Deutschlands winterliche Überraschungen möglich bleiben, sofern die Niederschläge im richtigen Moment auf kühlere Luft treffen.
Viele kleine Tiefs, viele Chancen für weiße Überraschungen
Der Grund für diese wechselhafte Lage liegt in einer ganzen Reihe kleiner Tiefdruckgebiete, die nächste Woche über Deutschland hinwegziehen. Diese Systeme sorgen immer wieder für Niederschläge, die besonders nachts und in den frühen Morgenstunden als Schnee fallen könnten, wenn die Temperaturen auf etwa 0 Grad sinken. Dadurch wächst die Wahrscheinlichkeit für kurze, lokal begrenzte Schneeschauer, die auch in tieferen Lagen eine dünne Schneedecke hinterlassen können.
Flächendeckend verschneite Landschaften sind zwar nicht zu erwarten, doch die Kombination aus feuchter Luft und kühler Nachtluft macht die Woche wettertechnisch sehr interessant und bietet Potenzial für kurzzeitige Wintermomente, die regional überraschen könnten.
Rubriklistenbild: © Wetterdienst Q.met /www.daswetter.com
