Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Plötzlich Frühling nach dem Winter-Hammer: Wettermodell prophezeit steile Wende im Dezember

Wettermodelle zeigen für die erste Dezemberwoche wenig Winterpotenzial. Ein Kaltstart in den Advent rückt damit in weite Ferne. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Hamm – Die neuesten Berechnungen des europäischen Wettermodells ECMWF sorgen bei Winterfreunden für Ernüchterung. Statt frostiger Nächte und frühem Adventsschnee zeigen die Simulationen einen deutlichen Temperaturanstieg in Deutschland. In vielen Regionen sollen die Tageshöchstwerte über 10 Grad liegen, lokal sogar bis zu 14 Grad. Damit wäre die erste Dezemberwoche alles andere als winterlich.

Am Samstag (29. November) vor dem 1. Advent sollen es im Westen laut europäischem Wettermodell bis zu 10 Grad werden.

Während das amerikanische GFS-Modell der NOAA ebenfalls mildere Luftmassen vorhersagt, fällt dessen Prognose etwas zurückhaltender aus als die des ECMWF. Dennoch zeichnet sich ab, dass ein klassischer Dezemberauftakt mit Kälte und Schneeschauern unwahrscheinlich erscheint.

Wetterprognose dämpfen Erwartungen für den Winter: Kein „Dezember 2010 Reload“

In den vergangenen Wochen wurde viel darüber spekuliert, ob sich ein besonders kalter Dezember wie 2010 wiederholen könnte. Diese „Hoffnungen“ erhalten nun einen Dämpfer. Zwar lagen in einigen Regionen bereits im November winterliche Phasen mit Schnee und Frost vor, doch die ersten Dezembertage wirken nach aktuellem Stand eher wie eine milde Zwischenphase.

Die oft zitierte These, der Winter 2025/26 habe sich bereits im November „verbraucht“, wirkt überspitzt, spiegelt aber die momentane Stimmung vieler Winterfans wider. Auch synoptisch wird sichtbar: Atlantische Tiefdruckzonen rücken vor, während kontinentale Kaltluft zunächst blockiert bleibt. Damit sinkt die Wahrscheinlichkeit für verbreitet winterliche Verhältnisse zum Start in die Adventszeit deutlich.

Wetter-Aussichten bis zum 2. Advent: Mild und schneearm

Für tiefere Lagen deuten die Modelle derzeit weder eine geschlossene Schneedecke noch anhaltendes Winterwetter an. Zwischen dem 1. und 2. Advent dominieren voraussichtlich westliche Strömungen, die milde und feuchtere Luft bringen. Kurzfristige Kälterückfälle sind zwar nie ausgeschlossen, doch die großräumige Lage spricht zunächst nicht für nachhaltige Winterphasen. Interessant bleibt die Entwicklung dennoch: Mit Blick auf ENSO, die Aktivität des Polarwirbels und mögliche Blockierungsmuster könnten spätere Dezembertage wieder ganz andere Signale senden. Noch ist der Winter also keineswegs abgeschrieben, doch der Auftakt präsentiert sich nach heutigem Stand ungewöhnlich warm und weit entfernt von klassischer Adventsstimmung.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

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