Das sagen die Modelle

Bayern erwartet Jahrhundertwinter? Wetter-Expertin mit deutlicher Antwort

Bahnt sich in Bayern ein Jahrhundertwinter an? Was die aktuellen Modelle zeigen – und wie sie eine Expertin bewertet.

München – So, wie sich viele Menschen im Frühling fragen, wie der Sommer wird, fragen sie sich im Herbst, wie der Winter wird: Medial sind dabei die verschiedensten Prognosen im Umlauf, von Jahrhundertwintern ist gar die Rede. Grundsätzlich sind derartige Vorhersagen mit Vorsicht zu genießen – das erklärte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) im Gespräch mit unserer Redaktion. Verschiedene Wetter-Modelle geben aber durchaus schon jetzt einen Hinweis darauf, wie der Winter in Bayern wird.

Wetter-Expertin ordnet Jahrhundertwinter-Vorhersagen ein – und erklärt, was die Modelle sagen

Auf Anfrage unserer Redaktion zeigte Denise Seiling, Meteorologin bei wetter.com, keinerlei Bedürfnis, von einem Jahrhundertwinter zu sprechen. Im Gegenteil: Ihr zufolge wird es eher zu warm: „Die Temperaturabweichungen für den kommenden Winter zeigen aktuell, dass es überall in Europa zu warm wird, somit auch in Deutschland und bei uns in Bayern.“ Ihre Einordnung begründet sie mit einem Blick auf die gängigen Wetter-Modelle: „Das sagt sowohl das europäische Modell (ECMWF), als auch das amerikanische (NOAA).“

Aktuell fällt in den Medien immer mal wieder der Begriff „Jahrhundertwinter“. Wie stehen die Chancen für einen solchen in Bayern? (Symbolbild)

Das alleine heiße aber auch nicht, dass es gar kein Winter-Wetter in Bayern geben wird. „Auch wenn die Winter immer wärmer werden, ist es zwischendurch möglich, dass Schnee bis ins Flachland fällt und es kälter wird“, so Seiling weiter. Wie kalt es letztlich wird, wie viel Schnee auch im Flachland fallen kann und wie hoch die Chancen auf weiße Weihnachten stehen, das lässt sich der Expertin zufolge zum jetzigen Zeitpunkt schlicht noch nicht sagen: „Aber ob es nun richtig kalt wird und ob es an Weihnachten sogar Schnee gibt – das kann man jetzt einfach noch nicht sagen.“

Indian Summer im Freistaat: 8 malerische Spaziergänge und Wanderungen im bayerischen Herbst

Indian Summer in Bayern – Mit dem Begriff bezeichnet man eigentlich den trocken-warmen Spätherbst in Nordamerika. Doch die Wetterperiode lässt sich auch auf Bayern übertragen. Und besonders bei dieser Wanderung genießen: Von Füssen zum Schloss Neuschwanstein, überraschend touristenfrei und atemberaubend schön.
Eine Herbstwanderung durch den Spessart – hier kommt das Gold der Natur spektakulär zur Geltung. Sei es am Fluss Hafenlohr entlang, durch den Fürstlich Löwenstein‘schen Park oder durchs Aubachtal: Herbstfans kommen hier voll auf ihre Kosten.
Im Herbst wandern oder spazieren gehen ist toll. Doch im Vergleich zum Sommer gibt es ein paar Dinge zu beachten. So ist festes Schuhwerk wichtig, da es unter dem goldgelben Laub gerne mal nass und rutschig ist. Außerdem sollte man die Temperaturen nicht unterschätzen, es kann durchaus frisch werden – riskant, wenn man dann trotzdem, ganz aufgewärmt vom Wandern, nur leicht bekleidet unterwegs wird. Und: Es wird deutlich früher dunkel als im Sommer. Das sollte man bei der Planung berücksichtigen.
Den Eibsee hier in diese Liste aufzunehmen, ist fast ein bisschen Schummeln. Denn er ist, direkt an den Alpen gelegen, zu jeder Jahreszeit absolut atemberaubend. Ändert aber nichts daran, dass er eben auch im Herbst sehr viel hermacht. Die durchaus schwere Wanderung, zum Beispiel von Griesen aus, setzt eine gute Kondition und trittfestes Schuhwerk voraus. Aber sie lohnt sich.
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„Kälteeinbruch ist momentan nicht erkennbar“: Auch DWD-Experte erwartet eher zu warmen Winter

Auch DWD-Sprecher Lothar Bock sieht, soweit aktuell überhaupt möglich, eher einen zu warmen Jahresendspurt. „Darüber hinaus zeigen die Langfristprognosen für die letzten beiden Monate des Jahres ein durchschnittliches oder leicht überdurchschnittliches Temperaturniveau und wahrscheinlich etwas mehr Niederschlag als gewöhnlich. Ein Kälteeinbruch ist momentan nicht erkennbar“, so der Experte im Gespräch mit unserer Redaktion.

Nun ist natürlich die Frage, wie man einen Jahrhundertwinter definiert. Geht es allein darum, dass bei einem Jahrhundertwinter das tatsächliche Wetter stark vom erwartbaren abweicht und Temperaturrekorde fallen, könnte auch ein viel zu warmer Winter als Jahrhundertwinter durchgehen. Zwar weisen die Modelle auch nicht auf ein solches Szenario hin, doch geht es nach den Meteorologen, scheint jenes grundsätzlich wahrscheinlicher zu sein, als ein kalter und schneereicher Jahrhundertwinter. (Quelle: wetter.com, Deutscher Wetterdienst, Anfragen unserer Redaktion), (fhz)

Rubriklistenbild: © IMAGO / ZUMA Press Wire

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