Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Wetter-Modelle senden brisantes Wende-Signal – Völlig anderer Januar 2026 als berechnet

Festgefahrene Lagen, Polarluft aus dem Osten und anhaltende Trockenheit sorgen für Unruhe und wachsende Spannung. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

München – Auf dem Papier klingt der Januar 2026 vergleichsweise harmlos. Langfristprognosen wie jene saisonaler Klimamodelle deuten einen eher milden Monatsverlauf an. Genau diese Aussagen stehen jedoch zunehmend in der Kritik, denn die aktuellen klassischen Wetterprognosen zeigen ein völlig anderes Bild.

Extremer Kälte auch zum Start in den Januar 2026. Selbst am Tag herrscht leichter bis mäßiger Dauerfrost in Deutschland.

In den kurz- und mittelfristigen Modellen etabliert sich eine blockierte Großwetterlage, die den atlantischen Einfluss weitgehend unterbindet. Hochdruckgebiete versperren den Weg für milde, feuchte Luftmassen und lassen stattdessen trockene Kontinentalluft dominieren. Meteorologisch ist diese Konstellation brisant, weil sie sich nur schwer auflösen lässt. Die Folge: Die Kälteoption wird nicht nur wahrscheinlicher, sondern auch langlebiger, als es die Langfristmodelle nahelegen.

Klassische Wetter-Prognosen setzen auf Kälte und Dauer

Besonders auffällig ist der Blick nach Osten. Über Russland haben sich ausgeprägte Polarluftmassen angesammelt, die bei entsprechender Strömung immer wieder nach Westeuropa vorstoßen können. Die klassischen Wettermodelle sehen genau hier ein erhöhtes Risiko, vor allem für die ersten ein bis zwei Januarwochen. Wird diese Zirkulation einmal angezapft, kann sie sich über längere Zeit halten. Solche blockierten Muster werden in Langfristprognosen häufig zu schwach dargestellt. Genau deshalb wächst die Sorge, dass der Winter deutlich früher und intensiver aufdrehen könnte, möglicherweise bereits ab Weihnachten. Die Spannung entsteht aus dem klaren Gegensatz zwischen statistischer Milde und dynamischer Kälte.

Trockenheit verschärft das Winterszenario

Unabhängig von der Temperaturentwicklung bleibt ein Faktor besonders kritisch: der fehlende Niederschlag. Das Jahr 2025 war bereits sehr trocken, und auch der Winterniederschlag bleibt bislang nahezu vollständig aus. Bleibt die blockierte Wetterlage bestehen, verschärft sich dieses Defizit weiter. Schnee und Regen, normalerweise entscheidend für die Auffüllung der Wasserreserven, bleiben aus. Sollte auf einen trockenen Winter ein warmes und ebenfalls trockenes Sommerhalbjahr 2026 folgen, rückt das Thema Wasser schnell in den Fokus. Der Januar 2026 könnte damit nicht nur wettertechnisch spannend werden, sondern als Warnsignal dienen, dass reale Wetterentwicklungen und langfristige Modellprognosen gefährlich auseinanderdriften.

Rubriklistenbild: © www.wetterzentrale.de

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