Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Winter-Szenario zu Ostern möglich – Wetter-Erinnerungen an 1970 werden wach
Weiße Ostern klingen ungewöhnlich. Doch Wetterexpertin Kathy Schrey erklärt: Selbst überraschend große Schneemengen rund um die Feiertage sind meteorologisch durchaus möglich. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Ostern steht für viele Menschen für Frühling, steigende Temperaturen und die ersten wirklich milden Tage des Jahres. Doch meteorologisch gesehen liegt das Fest in einer Phase, in der das Wetter besonders wechselhaft sein kann. Denn Ostern fällt jedes Jahr auf ein anderes Datum zwischen Ende März und Ende April. Genau in dieser Zeit können sich warme Frühlingsluft und kalte Winterluft schnell abwechseln.
Während manche Jahre bereits sehr mild verlaufen, kann es in anderen Jahren noch einmal zu deutlichen Kälterückfällen kommen. Dann sinken die Temperaturen innerhalb kurzer Zeit, und Niederschläge fallen nicht mehr als Regen, sondern als Schnee. Solche Wetterlagen können selbst im Frühling kurzfristig wieder winterliche Landschaften entstehen lassen.
Bis zu 35 Zentimeter Schnee rund um die Feiertage
Ein besonders eindrucksvolles Beispiel gab es im Jahr 2018. Damals brachte ein kräftiges Tiefdruckgebiet im Nordosten Deutschlands intensiven Schneefall rund um die Osterfeiertage. In Teilen von Mecklenburg-Vorpommern wurden Schneehöhen von bis zu etwa 35 Zentimetern gemessen. Gleichzeitig sorgte starker Wind dafür, dass sich Schneeverwehungen bildeten und die Schneedecke lokal sogar noch höher erschien. Straßen wurden zeitweise schwer passierbar und vielerorts wirkte die Landschaft eher wie mitten im Winter.
Auch früher kam es zu ähnlichen Situationen. Bereits 1970 wurden rund um die Osterzeit im Nordosten Deutschlands vergleichbare Schneemengen gemeldet. Weitere Jahre wie 1983, 1996 oder 2013 brachten ebenfalls späte Schneefälle, wenn auch meist mit geringeren Mengen.
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Expertin erklärt die seltene Oster-Wetterlage
Wetterexpertin Kathy Schrey betont, dass solche Ereignisse zwar selten auftreten, meteorologisch jedoch durchaus möglich sind. Ostern liegt genau in einer Übergangszeit, in der sowohl milde Frühlingsluft als auch noch einmal sehr kalte Luft nach Mitteleuropa gelangen kann. Wenn kalte Luft aus Skandinavien oder Osteuropa nach Deutschland strömt und gleichzeitig ein Tiefdruckgebiet mit ausreichend Feuchtigkeit vorhanden ist, kann Niederschlag auch im Frühling als Schnee fallen.
Besonders bei intensiven Niederschlägen oder während der Nachtstunden kann sich kurzfristig sogar im Flachland eine geschlossene Schneedecke bilden. Trotz dieser Beispiele bleiben schneereiche Ostern in Deutschland eher die Ausnahme, auch wenn einzelne Jahre zeigen, dass der Winter rund um die Feiertage noch einmal überraschend zurückkehren kann. Rund um den 21. März kursiert übrigens eine alte Bauernregel, die Sommererwartungen weckt.
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